Mit Hausmittel gesund durch den Karneval

Alle Jahre wieder: Millionen Menschen stürzen sich in die tollen Tage und feiern Karneval. Endlich mal so sein, wie man gern wäre. Feiern, singen, schunkeln, tanzen. Wunderbar, das reinigt die Seele – und belastet den Körper. Gesund im Karneval – ein wichtiges Thema für die tollen Tage. Denn um den Karneval gesund zu überstehen, da müssen Sie schon einiges tun. Also: Pappnase auf und lesen, was wichtig ist, um im Karneval gesund zu bleiben.

Von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch: Sechs tolle Tage und sechs lange Nächte. Das schaffen Sie nur, wenn Sie zwischendurch Erholungspausen einlegen. Um gesund im Karneval zu bleiben, brauchen Sie einfach auch Schlaf. Sie können eine Nacht durchfeiern mit einer nur kurzen Schlafpause von vielleicht fünf Stunden – die zweite durchfeierte Nacht wird gesundheitlich schon kritisch: Das Immunsystem ist geschwächt, es kommt zu Störungen im Stoffwechsel, Sie sind auf einmal nicht mehr Herr Ihrer Sinne. Jetzt können Viren und Bakterien angreifen – und sie haben kaum Widerstandskraft. Also: Und wenn das lustige Treiben noch so lockt: Sehen Sie zu, dass Sie über den Daumen gepeilt auf mindestens sieben Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden kommen. Übrigens: Der Mensch kann nicht auf Vorrat schlafen, aber versäumten Schlaf sehr wohl nachholen.

In den tollen Tang sind Sie viel in Bewegung: Sie ziehen beim Umzug mit, Sie tanzen auf den Strassen oder auf den Bällen, Sie schunkeln – sie schwitzen viel. Da verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit, viele Mineralien, Vitamine und Vitalstoffe. Außerdem räubert Alkohol in den Vitamin- und Mineralienvorrräten Ihres Körpers. Um gesund im Karneval zu bleiben, müssen Sie die in verstärktem Masse zuführen.

Trinken Sie nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Mineralwasser. Das bringt Natrium, Magnesium und Kalzium. Essen Sie sauer und salzig. Nicht umsonst steht auf den Festsitzungen im Rheinland fast immer der traditionelle „Käseigel“ auf dem Tisch. Und bevor Sie ins Bett sinken – wenn Sie das noch schaffen – sollten Sie immer Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel (Pulver oder Kapsel) zu sich nehmen. Das erspart Ihnen schmerzhafte Muskelkrämpfe in der Nacht und ein Erwachen ohne Kopfweh.

Wenn Sie gesund im Karneval bleiben wollen, dann brauchen Sie besonders viel Vitamin C und D. Also: Rotes Gemüse (Paprika, Tomaten Rote Bete) für Vitamin C. Und weil der Körper Vitamin D nur bei UV-Strahlen auf der Haut bildet, hin und wieder auf die Sonnenbank. Das verbinden Sie sehr sinnvoll mit zwei, drei Saunagängen. Danach aber auf keinen Fall in den Karnevalstrubel stürzen – Pappnase abschnallen, Pause ist angesagt.

Karneval ohne „Prösterchen“ – das geht ja nun gar nicht. Der gute Rat „wenig trinken“ ist also sinnlos. Aber das können Sie: Mischen Sie den genossenen Alkohol nicht. Bleiben Sie bei einer Sorte Getränk: Also nicht Bier, Schnaps, Wein, Sekt und Mischgetränke wahllos in sich reinschütten. Besonders gefährlich sind Cocktails oder Süßweine. Die Süße übertönt den Alkoholgehalt, Sie merken gar nicht, wie Sie Ihren Promilleanteil im Blut nach oben schrauben. Und kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt oder Weissbier drücken den Alkohol schneller ins Blut, schon nach wenigen Stunden geben Sie den „Dr. Lall“ und taumeln durch Abend – um dann irgendwo einzuschlafen.

Gesund im Karneval – das geht nur mit einem starken Immunsystem. Ein fettes Eisbein bremst zwar die Aufnahme des Alkohols im Blut, hilft aber nicht dem Immunsystem. Walnüsse zwischendurch, fetter Meeresfisch, Avocados – das alles schon viel besser. Und Sauerstoff. Sauerstoff ist das A und O um im Karneval gesund zu bleiben. Alkohol bremst die Aufnahme von Sauerstoff durch das Blut, Muskeln, Organe und Gehirn bekommen zuwenig Sauerstoff. Die Folgen kennen wir alle am taumelnden Narren: Die Kontrolle über die Muskeln geht verloren, wir verlieren die Balance, das Gehirn funktioniert nicht mehr richtig , die Konzentration geht flöten, wir reden Blödsinn und machen Unsinn. Also: Immer wieder raus aus den stickigen und überhitzten Räumen an die Frische Luft, tief durchatmen.

Da aber lauert die nächste Gefahr: Sie sind erhitzt, Sie sind leicht gekleidet, der Alkohol heizt Sie auf – Sie merken zu spät, das Sie eigentlich frieren. Und schon schlagen Bakterien und Viren zu. Also, Im Freien immer schön warm anziehen. Sonst haben Sie am Aschermittwoch nicht nur einen leeren Geldbeutel, sonder auch eine böse Erkältung.

So, die Nacht war toll, Sie waren selig. Aber am Morgen kommt der Kater: Wackelige Knie, flauer Magen, schmerzender Kopf. Jetzt bloß keinen schwarzen Kaffee oder frischen Orangensaft – das reizt den Magen noch mehr. Trinken Sie stilles Mineralwasser, nicht kalt. Keine Spiegeleier mit Speck oder fette Rühreier. Rollmops, saure Gurken, milder Schinken, Magerkäse. Eine Scheibe Vollkornbrot mit Frischkäse, das Sie mit Schnittlauch oder Brunnenkresse bestreuen. Sehr gut ist auch: Stark gewürzte Fleischbrühe, oder die klassische Münchner Weißwurst mit einer Salzbrezel. Und vor allem: Luft, viel frische Luft. Machen Sie eine „Alkoholverdunstungsstunde“ mit energischer Bewegung – ein schneller Spaziergang zum Beispiel.