Hausmittel gegen Stottern

Stottern, das ist Stress pur für alle Beteiligten. Für den Stotterer, weil er sich mitteilen will und kaum kann und weil er sich dessen schämt und irgendwann lieber gar nichts mehr sagt. Für die Mitmenschen aber auch, weil sie voller Verlegenheit miterleben müssen, wie sich da ein Mensch abquält und das Stottern immer schlimmer wird je mehr er sich bemüht. Es gibt viel Möglichkeiten zu helfen, es gibt aber auch gute und bewährte Hausmittel, die stotternden Menschen helfen können.

Kinder stottern häufig

In Deutschland haben fast eine Millionen Menschen das Problem Stottern, 80 Prozent davon sind Männer. Auch bei Kindern tritt das Stottern häufig auf, erledigt sich aber sehr oft von selbst. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. Es sind wohl eine Kombination aus physikalischen, genetischen und psychologischen Gründen. Bei Kindern kann es auch ein schlimmes Erlebnis sein, welches das Stottern auslöst. Hilfe von aussen hat nur selten Erfolg. Der stotternde Mensch muss sich in den meisten Fällen selbst heilen. Da haben sich zwei Selbsthilfe-Therapien besonders bewährt.

Die Globale Therapie des Stotterns (Phillip J. Roberts)

Diese Methode wurde von Phillip J. Roberts entwickelt, der selbst ein Stotterer war. Sie können damit das Stottern selbst zuhause und in Ihrem Rhythmus besiegen. Sie brauchen dafür täglich etwa eine halbe bis eine ganze Stunde Zeit um die insgesamt 30 Übungen zu absolvieren. Die Übungen sind so beschaffen, dass Stotterer nach und nach flüssig sprechen und die psychologischen Hemmungen abgebaut werden. Auch Verhaltensweisen die das Stottern fördern, werden so abgebaut. Buch: Comprehensive Stuttering Therapie, Phillip J. Roberts.

Ein zweites sehr erfolgreiches Programm zur Selbsthilfe für Stotterer wurde von William D. Parry entwickelt. Der wurde in den USA von einem schweren Stotterer zu einem erfolgreichen Strafverteidiger. Er entwickelte eine neue Theorie zur Bewältigung des Stotter-Phänomens. Er ging von einer neurologischen Verwirrung zwischen der Stimme und dem Valsalva-Muskel (diese Muskelgruppe spannen wir an, wenn wir uns anstrengen) aus. Er entwickelte eine Technik, mit der das Stotterproblem durch Kontrolle des Valsalva-Muskels behoben werden kann. Buch: Understanding & çontrolling Stuttering.

Sehr hilfreich sind auch Sprach- und Sprechpathologen oder Training mit einem Logopäden. Die dort angewendeten Therapien umfassen Atemtraining und Sprechtechnik. Zusätzlich wird die Kommunikation trainiert. Mit den Stotterern wird auch psychologisch gearbeitet.
Mehr Infos: Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. www.bvss.de

  • In der Homöopathie wird gegen das Stottern oder gegen Zungenlähmung eine Kur mit Augentrostaufguss empfohlen.
  • Machen Sie Übungen mit einem Diktiergerät um sich selbst zu kontrollieren.
  • Bekämpfen Sie aufsteigende Nervosität vor anstehenden Gesprächen.
  • Prägen Sie sich lange Standardsätze ein, die zu Gesprächsbeginn sagen. Wenn Sie die “unfallfrei” absolviert haben, dann fällt ihnen das “stotterfreie” Sprechen leichter.
  • Reden Sie mit sich selbst wenn Sie alleine sind, oder lesen Sie sich selbst etwas vor. Das Stottern wird sehr oft nach und nach verschwinden.